Müllverbrennungsanlage
Aus Umweltglossar
Die Müllverbrennung (schweiz.: Kehrichtverbrennung) zählt zu den thermischen Verfahren der Abfallbehandlung. Hierzu zählen außerdem die Pyrolyse, die Hydrierung] und die Trocknung von Abfällen. Die Müllverbrennung wird heute in der Regel der Deponierung vorangestellt, da unbehandelte Abfälle nicht mehr deponiert werden dürfen, da sie zu hohe organische Anteile besitzen und leicht auslaugbar sind.
Die bei der Verbrennung freiwerdende Wärme wird in der Regel zur Stromerzeugung oder auch zur Fernwärmebereitstellung, dann wird von einem Müllheizkraftwerk gesprochen, verwendet.
Die Temperatur im Verbrennungsraum kann je nach System bis zu 1000 °C erreichen. Um die Entstehung von Dioxinen und anderen unerwünschten toxischen Verbindungen zu verhindern, werden die Rauchgase entsprechend behandelt. Durch die Verbrennungs- und Nachbehandlungstechnologie wird sichergestellt, dass keine schädlichen Soffe emittiert werden.
Emissionen
Da bei der Verbrennung des Mülls nicht bekannt ist, welche Inhaltsstoffe in welchen Mengen zu einem bestimmten Zeitpunkt verbrannt werden (kritisch sind beispielsweise PVC, Batterien, Lacke etc.), ist eine Prognose der entstehenden chemischen Verbindungen sehr schwierig und erschöpfend sicherlich unmöglich. In MVAs entstehen neben Kohlendioxid und Kohlenmonoxid vor allem Schwefeloxid]e, Stickoxide, aber auch Chlorwasserstoffsäure und Fluorwasserstoff sowie schwermetallhaltige Stäube. In sehr geringen Konzentrationen enthält die unbehandelte Abluft auch hochtoxische Stoffe wie Dioxine und Furane . Deren Entstehung wird durch technologische Massnahmen (schnelles herunterkühlen der Abluft von 1000°C auf unter 250°C, sogenannte Quenche) verhindet. Damit sind die extrem strengen Grenzwerte einhaltbar. Die Verbrennungsschlacken werden im allgemeinen im Deponiebau eingestzt, während die Filterstäube gesondert deponiert werden müssen (Untertagedeponie). Die zur Rauchgasfilterung] verwendeten und irgendwann vebrauchten Abgasfilter werden im allgemeinen ebenfalls unter Tage deponiert.
Durch die Müllverbrennung werden das Volumen des Abfalls und sein Schadstoffpotential deutlich reduziert.
Müllverbrennungsanlagen müssen die strengen Normen der 17. BImSchV erfüllen.
Anlagen in Deutschland
Bis 1998 wurden in Deutschland 53 Müllverbrennungsanlagen errichtet. Die Zahl stieg bis 2003 auf 61 an. Die Planung sieht in naher Zukunft vor, weitere 14 Anlagen zu bauen, hauptsächlich in Ostdeutschland (insgesamt dann 75).
